Fenster online kaufen: richtig ausmessen, U-Wert & Verglasung prüfen

Fenster lassen sich heute bequem online konfigurieren und bestellen. Der entscheidende Punkt ist aber nicht der Bestellvorgang, sondern alles, was davor festgelegt wird: Welches Maß wird tatsächlich benötigt, welcher U-Wert gilt für das komplette Fenster, ist eine Zwei- oder Dreifachverglasung sinnvoll und wie wird der Anschluss an die Wand ausgeführt?

Gerade bei einem Fenstertausch können wenige Millimeter, ein missverstandener Kennwert oder ein nicht mitgeplanter Rollladenkasten später teuer werden. Deshalb sollte das endgültige Bestellmaß erst feststehen, wenn Einbausituation, Anschlussfugen, Fensterbank, Öffnungsart und gegebenenfalls vorhandener Sonnenschutz geklärt sind.

Kurz gesagt: Vergleichen Sie Fenster nicht nur nach Preis und Glasanzahl. Für die Bestellung sind das korrekte Aufmaß, der Uw-Wert des gesamten Fensters, die Einbausituation, Sicherheitsanforderungen und eine fachgerechte Montage mindestens ebenso wichtig.

Welche Angaben sollten vor der Fensterbestellung feststehen?

Online-Konfiguratoren bieten häufig zahlreiche Auswahlmöglichkeiten. Einige davon betreffen lediglich Optik und Komfort, andere haben direkten Einfluss darauf, ob das Fenster später überhaupt zur vorhandenen Öffnung und zum Gebäude passt.

Entscheidung Darauf sollten Sie achten
Fenstermaß Einbausituation exakt erfassen und endgültiges Bestellmaß nach den Vorgaben des Fenstersystems bestimmen
U-Wert Vor allem den Uw-Wert des vollständigen Fensters vergleichen, nicht nur den Wert der Verglasung
Verglasung Zwei- oder Dreifachverglasung nach Gebäude, energetischem Ziel, Konstruktion und Kosten auswählen
Öffnungsart Dreh-, Dreh-Kipp- oder Festverglasung sowie Öffnungsrichtung eindeutig festlegen
Sicherheit Bei gut erreichbaren Fenstern einbruchhemmende Gesamtkonstruktion berücksichtigen
Hitze- und Sonnenschutz Ausrichtung, g-Wert und außenliegenden Sonnenschutz zusammen betrachten
Montage Befestigung, Dämmung, Luftdichtheit und Wetterschutz des Wandanschlusses vorab planen

Bei einer Sanierung kommen weitere Punkte hinzu. Prüfen Sie zum Beispiel, ob Fensterbank, Rollladen, Führungsschienen oder der vorhandene Kasten weiterverwendet werden sollen. Ein alter Kasten kann trotz eines sehr guten neuen Fensters eine energetische Schwachstelle bleiben. Dazu passt unser Ratgeber zum nachträglichen Dämmen eines Rollladenkastens.

Fenster richtig ausmessen: Das Öffnungsmaß ist nicht automatisch das Bestellmaß

Beim Fenstertausch ist das Aufmaß einer der kritischsten Schritte. Besonders in älteren Gebäuden sind Laibungen nicht zwingend vollkommen rechtwinklig. Breite und Höhe sollten deshalb nicht nur an einer einzigen Stelle gemessen werden.

Breite und Höhe an mehreren Punkten kontrollieren

Für eine erste Bestandsaufnahme empfiehlt es sich, die Breite oben, mittig und unten sowie die Höhe links, mittig und rechts zu messen. Abweichungen werden dadurch sichtbar. Zusätzlich sollten Mauerwerkstiefe, Fensterbank, Laibung und vorhandene Anschlüsse dokumentiert werden.

Der jeweils kleinste Messwert ist eine wichtige Referenz für den vorhandenen Platz. Er darf jedoch nicht automatisch als Bestellmaß übernommen werden. Zwischen Fensterrahmen und Baukörper wird ein fachgerecht geplanter Anschluss benötigt. Wie daraus das konkrete Fertigungsmaß entsteht, hängt unter anderem vom Fenstersystem und der Einbausituation ab.

  • Breite an mehreren Stellen messen
  • Höhe an mehreren Stellen messen
  • Abweichungen und schiefe Laibungen dokumentieren
  • Mauerwerk beziehungsweise Einbautiefe berücksichtigen
  • Innen- und Außenfensterbank prüfen
  • Rollladen, Führungsschienen und vorhandene Kästen erfassen
  • Öffnungsrichtung eindeutig notieren
  • Fotos und eine Skizze der Einbausituation anfertigen

Eine universelle Regel wie „vom gemessenen Maß immer einen bestimmten Zentimeterwert abziehen“ ist bei einer maßgefertigten Bestellung riskant. Nutzen Sie für das endgültige Fertigungsmaß die Aufmaßvorgaben des gewählten Systems. Bei einem Altbau, unregelmäßigen Öffnungen oder größeren Fensterflächen ist ein finales Aufmaß durch einen Fachbetrieb die sicherere Lösung.

Uw, Ug und Verglasung: Fensterwerte richtig vergleichen

Beim Vergleich neuer Fenster begegnen Ihnen mehrere U-Werte. Sie beschreiben den Wärmedurchgang: Je kleiner der Wert, desto geringer ist der Wärmeverlust über das jeweilige Bauteil.

  • Uw beschreibt den Wärmedurchgang des gesamten Fensters.
  • Ug bezieht sich ausschließlich auf die Verglasung.
  • Uf beschreibt den Fensterrahmen.

Für einen realistischen Produktvergleich ist vor allem der Uw-Wert entscheidend. Ein sehr niedriger Ug-Wert kann auf den ersten Blick attraktiv wirken, sagt allein aber noch nicht, wie gut das komplette Fenster einschließlich Rahmen und Randverbund abschneidet.

Für Deutschland nennt die Verbraucherzentrale bei neuen normalen Fenstern einen gesetzlichen Höchstwert von 1,3 W/(m²K); bei Dachflächenfenstern sind es 1,4 W/(m²K). Das sind Mindestanforderungen und keine Empfehlung für die energetisch beste Ausführung. Moderne Fenster erreichen häufig etwa 1,0 W/(m²K) oder weniger.

Zwei- oder Dreifachverglasung?

Fenster mit üblicher Zweifach-Wärmeschutzverglasung liegen nach Angaben der Verbraucherzentrale beim Uw-Wert ungefähr bei 1,2 W/(m²K). Bei dreifach verglasten Fenstern sind Werte um 0,9 W/(m²K) heute üblich. Das Umweltbundesamt nennt für ein energiesparendes Fenster einen Uw-Wert unter 0,9 W/(m²K).

Variante Typischer Uw-Bereich als Orientierung Einordnung
Zweifach-Wärmeschutzverglasung etwa 1,2 W/(m²K) geringerer konstruktiver Aufwand, energetisch aber schwächer als moderne Dreifachverglasungen
Dreifachverglasung häufig etwa 0,9 W/(m²K) bei neuen Fenstern inzwischen üblich und energetisch leistungsfähiger

Die Werte sind Orientierungen und kein Ersatz für die technischen Angaben des konkreten Fensters. Rahmenkonstruktion, Scheibenabstandhalter, Fenstergröße und weitere Details beeinflussen das Gesamtergebnis.

Bei Fenstern mit starker Sonneneinstrahlung lohnt zusätzlich der Blick auf den g-Wert. Er beschreibt, welcher Anteil der auftreffenden Sonnenenergie durch die Verglasung gelangt. Ein niedrigerer g-Wert kann den sommerlichen Wärmeeintrag reduzieren. Die passende Lösung hängt jedoch von Ausrichtung, Verschattung und energetischem Gesamtkonzept ab.

Sicherheit, Sonnenschutz und Rollladen gleich mitplanen

Wer neue Fenster bestellt, sollte Einbruchschutz nicht erst nach dem Einbau ergänzen. Die Polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt bei Neu- und Umbauten geprüfte und zertifizierte einbruchhemmende Fenster nach DIN EN 1627 ff. ab der Widerstandsklasse RC 2.

Dabei zählt die Gesamtkonstruktion. Beschläge, Rahmen, Verglasung, Befestigung und Montage müssen zusammenpassen. Eine einzelne Sicherheitskomponente macht ein ansonsten leicht aufzuhebelndes Fenster nicht automatisch einbruchhemmend.

Besonders relevant ist dies bei Fenstern im Erdgeschoss sowie bei leicht erreichbaren Balkon- und Terrassenzugängen.

Außenliegender Sonnenschutz ist besonders wirksam

Große Glasflächen können im Sommer erhebliche Wärmeeinträge verursachen. Die Verbraucherzentrale bewertet außenliegenden Sonnenschutz wie Rollläden, Raffstores und Markisen als besonders wirksam, weil Sonnenstrahlung bereits vor der Verglasung abgefangen wird.

Wer Rollläden gemeinsam mit neuen Fenstern plant, sollte Platzbedarf, Führungsschienen, Kasten und spätere Bedienung von Anfang an berücksichtigen. Bei automatisierten Anlagen kann auch eine Rollladensteuerung mit Windsensor interessant sein, etwa wenn außenliegende Verschattung witterungsabhängig geschützt werden soll.

Montage und Lüftung entscheiden über das Ergebnis

Ein Fenster mit sehr gutem Uw-Wert kann seine Vorteile nur ausspielen, wenn es fachgerecht eingebaut wird. Der aktuelle Montageleitfaden von RAL und ift Rosenheim behandelt deshalb nicht nur die Befestigung, sondern auch Abdichtung, Dämmung und bauphysikalische Anforderungen des Anschlusses.

Beim Fenstereinbau müssen mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllt werden: Das Element muss sicher im Baukörper befestigt sein, Anschlussbereiche sollen Wärmebrücken möglichst begrenzen, die innere Anschlussebene muss dauerhaft luftdicht ausgeführt werden und außen ist ein geeigneter Schutz gegen Witterung erforderlich. Einfach nur die Fuge rund um das Fenster mit Montageschaum zu füllen, ersetzt dieses Anschlusskonzept nicht.

Bei einer energetischen Sanierung sollten Fenster außerdem nicht isoliert betrachtet werden. Fensterlaibung, Außenwand, Dämmung und gegebenenfalls Rollladenkasten bilden zusammen einen Teil der Gebäudehülle.

Nach dem Fenstertausch auch das Lüften prüfen

Neue Fenster schließen üblicherweise deutlich dichter als alte und undichte Konstruktionen. Dadurch verschwindet ein Teil des zuvor unkontrollierten Luftaustauschs. Das Lüftungsverhalten beziehungsweise ein vorhandenes Lüftungssystem muss deshalb zur sanierten Gebäudehülle passen.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass bei einem Austausch von einem Drittel oder mehr der Fenster geprüft werden muss, ob ein Lüftungskonzept erforderlich ist. Gerade bei einer größeren Sanierung sollte diese Frage daher vor Beginn der Arbeiten geklärt werden.

Checkliste: Fenster online bestellen

  1. Einbausituation und vorhandenes Fenster vollständig dokumentieren.
  2. Breite und Höhe an mehreren Stellen messen.
  3. Das endgültige Bestellmaß anhand der konkreten Einbausituation festlegen.
  4. Öffnungsart und Öffnungsrichtung kontrollieren.
  5. Uw-Wert des kompletten Fensters statt nur Ug vergleichen.
  6. Verglasung passend zum energetischen Ziel auswählen.
  7. Bei starker Sonneneinstrahlung g-Wert und Verschattung mitplanen.
  8. Für leicht zugängliche Fenster den gewünschten Einbruchschutz festlegen.
  9. Fensterbank, Rollladenkasten und weitere Anschlüsse berücksichtigen.
  10. Montage, Abdichtung und gegebenenfalls Lüftungskonzept vor der Bestellung klären.

Vor allem bei maßgefertigten Fenstern lohnt sich ein letzter Kontrollschritt vor dem Absenden der Bestellung. Maße, Anschlag beziehungsweise Öffnungsrichtung, Farbe, Verglasung, Beschläge und Zubehör sollten noch einmal mit der eigenen Skizze abgeglichen werden. Bei Unsicherheit beim Aufmaß ist professionelle Unterstützung in der Regel günstiger als ein falsch gefertigtes Fenster.

Häufige Fragen zum Fensterkauf

Welcher U-Wert ist bei einem neuen Fenster gut?

Je niedriger der Uw-Wert des gesamten Fensters, desto besser ist grundsätzlich dessen Wärmeschutz. In Deutschland liegt die gesetzliche Mindestanforderung bei vielen neu eingesetzten normalen Fenstern bei höchstens 1,3 W/(m²K). Moderne Fenster erreichen häufig etwa 1,0 W/(m²K) oder weniger; das Umweltbundesamt nennt für energiesparende Fenster einen Uw-Wert unter 0,9 W/(m²K).

Ist Dreifachverglasung immer besser als Zweifachverglasung?

Beim Wärmeschutz ist eine moderne Dreifachverglasung in der Regel leistungsfähiger. Entscheidend ist aber das komplette Fenster einschließlich Rahmen und Einbau. Deshalb sollte nicht allein die Anzahl der Scheiben, sondern insbesondere der Uw-Wert des fertigen Fensterelements verglichen werden.

Was ist wichtiger: Ug oder Uw?

Für den Vergleich kompletter Fenster ist Uw wichtiger. Ug beschreibt lediglich die Verglasung. Ein niedriger Ug-Wert bedeutet daher nicht automatisch, dass auch Rahmen, Randverbund und gesamtes Fensterelement entsprechend gut dämmen.

Kann man Fenster selbst ausmessen und online bestellen?

Eine erste Bestandsaufnahme ist selbst möglich. Breite und Höhe sollten dafür an mehreren Stellen gemessen und Besonderheiten dokumentiert werden. Das endgültige Bestellmaß muss jedoch zum konkreten Fenstersystem und zur geplanten Anschlussfuge passen. Bei Altbauten, unregelmäßigen Öffnungen oder Unsicherheit ist ein professionelles Aufmaß sinnvoll.

Muss man nach dem Einbau neuer Fenster anders lüften?

Das kann notwendig sein, weil neue Fenster wesentlich dichter schließen können als alte Konstruktionen. Bei umfangreichem Fenstertausch sollte deshalb geprüft werden, ob das bisherige Lüftungskonzept noch ausreicht. Bei einem Austausch von einem Drittel oder mehr der Fenster empfiehlt die Verbraucherzentrale ausdrücklich die Prüfung eines Lüftungskonzepts.

Fachlich geprüft: September 2026. Gesetzliche und technische Anforderungen können sich ändern; bei einer konkreten Sanierung sind zusätzlich die Anforderungen des Gebäudes und die jeweils geltenden Vorschriften zu prüfen.

Quellen

David Reisner
David Reisner

David Reisner hat eine Leidenschaft für Möbel, Einrichtung und Wohnideen. Er hat sich auf diesem Gebiet spezialisiert und verfügt über umfangreiche Kenntnisse in Bezug auf aktuelle Trends, klassische Designs und verschiedene Materialien. Seine Artikel sind informativ und unterhaltsam geschrieben und bieten Lesern wertvolle Tipps und Ratschläge zur Gestaltung ihres Zuhauses. Von der Auswahl der richtigen Möbelstücke bis zur Farbgestaltung und Beleuchtung - dieser Autor weiß, wie man ein gemütliches und stilvolles Zuhause schafft. In seiner Freizeit beschäftigt sich dieser Autor gerne mit DIY-Projekten, um sein Zuhause zu verschönern. Er ist auch ein begeisterter Leser und genießt es, in gemütlichen Leseecken zu entspannen. Darüber hinaus liebt er es, zu reisen und sich von verschiedenen Kulturen und Designs inspirieren zu lassen.

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